GLOSSAR
Die wichtigsten Begriffe zum Thema elektrophysikalische Verfahren zur Mauertrockenlegung kurz zusammengefasst:
Druckwasser, Hangwasser, PreßwasserWenn direkt an die Mauer ein Hang grenzt und dadurch ständig Wasser nachfließt und ein Druck entsteht.
Durchfeuchtungsgrad
Sagt aus, zu wieviel Prozent das Kapillarsystem mit Wasser gefüllt ist und wieviel Prozent der möglichen Durchfeuchtung erreicht ist.
Durchschneideverfahren Mauertrockenlegung (Horizontalsperre)
Mit einer Mauerfräse wird die Mauer meterweise horizontal durchgeschnitten und mit Blechen oder Teerpappe und Beton wieder geschlossen. Leider ist mit Horizontalsperren keine Kellertrockenlegung möglich. Die Begleitarbeiten sind sehr aufwendig, denn alle Leitungen müssen neu verlegt werden. Probleme kann es bei Feuermauern zu Nebengebäuden sowie bei mehrschaligem Mauerwerk geben. Zu beachten ist auch die Breite des Arbeitsraumes. Ein statisches Gutachten ist unbedigt erforderlich um Setzungen vorzubeugen.
Einschlagen von Blechen Mauertrockenlegung (Horizontalsperre)
Mit Hilfe einer Spezialmaschine wird ein gewelltes Stahlblech in die Ziegelfuge eingeschlagen. Dieses Verfahren ist nur bei Ziegelmauerwerk anwendbar. Durch den hohen Arbeitsaufwand ist die Methode relativ teuer. Bitte beachten Sie die Möglichkeit von Setzungen und Senkungen sowie die Gefahr einer Gleitlagerbildung. Unbedingt einen unabhängigen Statiker hinzuziehen.
Elektro-Osmose Mauerentfeuchtung
Zwei Elektroden werden in die Mauer verlegt, die obere mit Plus die untere mit Minus und mit einer geringen Spannung versorgt (Gleichstrom). Die Elektroden können korrodieren, metallische Bauteile können rosten.
elektrophysikalische Verfahren zur Mauertrockenlegung
Elektronisch gesteuertes, berührungsloses Verfahren. Es wird ein Magnetfeld erzeugt, dass die positiven Anteile der Wassermoleküle verstärkt. Dies führt dazu, daß das Wasser vom negativ geladenen Erdboden angezogen wird und die Mauer die Feuchtigkeit an das umgebende Erdreich abgibt. Diese Methode ist bei jedem Mauerwerk anwendbar. Da keine Beschädigung von Bauwerksteilen entsteht setzt sich dieses Verfahren immer mehr durch. Es entsteht kein Schmutz durch Bauarbeiten und die Statik des Gebäudes bleibt im Originalzustand erhalten. Sogar Keller und alte Gewölbe können mit dieser Methode einfach trockengelegt werden.
Gewichtsprozente
Sagt aus, zu wieviel Prozent die Mauersubstanz aus Wasser besteht.
Hygroskopische Restfeuchte
Nach erfolgter Trockenlegung nimmt das Mauerwerk aus der Luft Feuchtigkeit auf, deshalb bleibt eine bestimmte Menge an Restfeuchtigkeit im Mauerwerk und im Verputz erhalten. Es findet ein ständiger Ausgleich zwischen Mauer- und Luftfeuchtigkeit statt. (Ausgleichsfeuchte)
kapillaraufsteigende Mauerfeuchte Durch die Berührung mit dem feuchten Erdreich ziehen die Kapillaren (Haarröhrchen) das Wasser nach oben. Durch die Reibung in den Kapillaren entsteht eine negative elektrische Spannung, die zu einem noch stärkeren Aufsteigen des Wassers führt. Weiters machen mitgeführte Salze die Mauer hygroskopisch (feuchtigkeitsanziehend), der Vorgang schaukelt sich immer mehr auf.
Kondensfeuchte
Wenn warme feuchte Luft an den kalten Mauern kondensiert. Kondenswasser entsteht auch bei Kältebrücken.
Maueraustausch (unterfangen) Meter für Meter wird das alte Mauerwerk ausgestemmt und durch Beton oder Ziegelmauerwerk und eine horizontale Abdichtung (Sperrschicht) ersetzt.
Meßverfahren Calzium-Carbid-Methode (CM-Methode)
In eine Stahlflasche wird ein Glasröhrchen mit Calzium-Carbid, vier Stahlkugeln und eine abgewogene Menge Bohrmehl aus dem zu messenden Material gegeben. Dann wird kräftig geschüttelt. Das Calzium-Carbid vermischt sich mit dem Bohrgut und es entsteht Acetylengas. (somit ein Überdruck in Stahlbehälter) Auf einem Manometer kann der Gasdruck abgelesen werden und mit Hilfe einer Tabelle werden die Gewichtsprozente ermittelt.
Meßverfahren Darr-Methode (Trockenschrankverfahren)
Eine kleine Menge Bohrmehl wird gewogen, getrocknet und wieder gewogen. Der Gewichtsunterschied ergibt den Feuchtegehalt. Diese Methode ist die genaueste und wird von uns vor Ort durchgeführt.
Meßverfahren Elektrische Widerstandsmessung
Mit Hilfe eines elektronischen Gerätes (Gann Hydromette) wird der elektrische Widerstand im Mauerwerk gemessen. Je feuchter das Mauerwerk ist, desto geringer der Widerstand.
Restsaugfähigkeit
Sagt aus, wieviel Prozent vom Kapillarsystem noch leer ist.
Trockenes Mauerwerk
Wenn der Durchfeuchtungsgrad nicht höher als 20% ist (laut ÖNORM B 3355 Teil 1-3). Im Ziegel sind das ca. 2-6 Gewichts-%.
Verkieselung, Injektionen (Horizontalsperre)
Im Abstand von 7cm bis 15cm werden Löcher von 20 mm Durchmesser, 45° nach unten in die Mauer gebohrt und mit einer Chemikalie gefüllt. Die Restsaugfähigkeit muß min. 40% betragen. Bei dieser Methode ist keine Kellertrockenlegung möglich. Durch die starke Querschnittsminderung des Mauerwerks können Statikprobleme entstehen. Leider sind die Injektage-Verfahren sehr arbeitsintensiv. Probleme treten erfahrungsgemäß bei Feuermaueren zu Nebengebäuden auf. Ebenso können sich die Statik (Gewölbeschub) und chemische Reaktionen mit dem Porenwasser als Problempunkte herausstellen. Nach einigen Jahren treten durch Erschütterungen und Wärmedehnung Sekundärkapillaren auf, die wieder das Wasser nach oben leiten.
vertikale Isolation
Neben dem Gebäude wird bis zur amentunterkante gegraben, dann die Mauer mit Teerpappen oder ähnlichen Materialien vertikal isoliert. Sehr aufwendig und unterbindet nicht die aufsteigende Bodenfeuchte.



